Tomb Raider (2013)

Tomb Raider (2013)

Tomb Raider hat bei mir eine eher bescheidene Vorgeschichte. Ich habe die ersten beiden Teile selbst gespielt – danach aber nur noch LPs gesehen (teilweise erst gerade jetzt – quasi als Vorbereitung). Generell fand ich die alte Lara auf eine bestimmte Art – ehm – arrogant ist das falsche Wort, allerdings fällt mir auch kein besseres ein. Sie war ein super Charakter und eine der wenigen weiblichen Spiele-Heldinnen, die sich durchgesetzt haben.

Andererseits kam sie – meiner Meinung nach – nie glaubwürdig als Mensch rüber. Sie war irgendwie immer total überpowered. Selbst wenn sich ihr 15 Gegner in den Weg gestellt haben, war es kein Problem. Das stört mich übrigens nicht nur an Lara sondern auch an anderen ‘rein menschlichen’ Helden. Dante, Krieg, Tod, etc. sind nicht rein menschlich (zB Dante ist ein halber Dämon, Krieg und Tod sind Nephilim (also gar keine Menschen)). Aber darüber konnte man hinwegsehen, wenn man ab und an ein bis zwei Augen zudrückt. Aber jetzt zur neuen Lara.

Wie im Video gesagt ist das neue Tomb Raider exakt das Spiel, das ich erwartet habe. Was genau ich mir erwartet habe? Eine etwas menschlichere Lara, die auch Mal einen gröberen, inneren Konflikt aufzeigt als eine Entscheidung, die nach fünf Minuten getrost vergessen werden kann und eine etwas weniger lineare Welt. Was kam dabei raus? Eine anfangs total unerfahrene Lara, die nicht nur einen inneren Konflikt mit sich rumträgt (wenn man sich dafür interessiert) und eine fast offene Spielwelt die man fast die ganze Zeit frei erkunden kann. Natürlich gibt es ‘Missionsziele’, aber diese sind oftmals auf mehreren Wegen zu erreichen, oder aber man findet auf dem Weg dorthin ein Grabmal oder eine sonstige Besonderheit, die einen ablenkt und optional erfüllbar ist.

Ich habe jetzt auch keine Checkliste, wie bei DMC, sondern nur ein paar Punkte, die mir besonders gut bzw. schlecht gefallen haben, die ich hier jetzt abarbeite. Ich denke, ich habe einfach zu wenig Erfahrung mit den Vorgängern gemacht, um da etwas wie fixe Standarts festlegen zu können.

Zuerst einmal, was mir gar nicht gefallen hat. Da gibt es in diesem Spiel sehr wenig. Einerseits wäre da ein etwas – öhm – spannender Fehler im Pausemenü. Diesen habt ihr auch im Video gesehen. “Speicherslot ändern” hätte getrost als “Speichern” stehen bleiben dürfen. Das ist nämlich die einzige Möglichkeit, manuell zu speichern. Der einzige, weitere Punkt, der mir gar nicht gefallen hat, sind die Quicktime-Events Es wird auf die Tastatur gehämmert, bis die Tasten rausfallen. Spielern mit mechanischen Tastaturen wünsche ich besonders viel Spaß dabei – oder ihr nehmt euch ein Gamepad.

Dann schauen wir Mal, was sich sonst so tut, in dem Spiel. Ich fange jetzt einfach an, die Punkte der Bewertungstabelle durchzugehen.

Die Grafik:

Zur Grafik kann man so einiges sagen. Zuerst einmal habe ich nach dem Video die Grafikeinstellungen auf Anschlag gedreht – das Maximum vom Maximum. Ohne FRAPS-Aufnahme packt das mein Rechner noch locker. Ständig um die 40-50 FPS. Wobei schon die Einstellungen vom Video gereicht hätten, um zu merken, dass man dem Spiel eben nicht anmerkt, dass es von der Konsole kommt. Das ist das, was ich bei DMC gerne gesehen hätte: Höher auflösende Texturen, keine “draufgeklebten” Muster, höhere Detailgrade, und so weiter. Wenn man bei den Haaren noch von Normal auf TressFX umschaltet, bekommt man den Eindruck, dass jedes Haar einzeln berechnet wird – stimmt nicht ganz, sieht aber (fast) so aus. Anders als bei Darksiders 2 oder DMC sieht man auch nirgends flache, karge Texturen, die einfach als Lückenfüller da sind. Die gibt’s nicht Mal auf den Konsolenversionen. Es ist zwar keine CryEngine, aber ein durchaus gelungenes Grafikgerüst. Zudem ist es sehr selten eintönig. Außerdem hat das Spiel die mit abstand schönsten Sterbeanimationen seit – öhm – ich glaube seit dem ersten Videospiel. Das klingt jetzt vermutlich etwas Makaber, aber man sieht solche in den letzten Jahren sehr, sehr selten. Während Tod in DS2 einfach wieder in Reaper-Gestalt hochspringt, hat man bei Frau Craft da einige Arbeit mehr reingesteckt.

Der Sound:

Der Sound ist mir – neben der Story – in letzter Zeit besonders wichtig. Er trägt immens zur Atmosphäre bei und ich will ja abtauchen, in fremde Welten. Auch hier gibt es kaum etwas zu meckern. Der Soundtrack ist episch bis legendär und sogar die deutsche Synchronisation ist mehr als gelungen. Lara wird im deutschen von Nora Tschirner gesprochen, die unter anderem schon in ‘Keinohrhasen’ mitgespielt hat und auch als Synchron-Sprecherin einiges an Übung hat (zB als ‘Abba’ in Asterix und die Wikinger (wo Asterix von Christian Tramnitz gesprochen wurde)). Aber auch an den Stimmen der Mitgestrandeten von Lara und ihren Gegnern wurde nicht gespart. Alles sauber und einwandfrei gesprochen und vor allem sehr abwechslungsreich. Das geht sogar soweit, dass die Gegner, ab dem Zeitpunkt, ab dem Lara das Sturmgewehr bekommt, sich hin und wieder fragen, woher sie das Sturmgewehr hat. Oder sie ihre Kumpanen warnen, wenn Lara die Feuerpfeile auspackt. Diese ‘Zusammenarbeit’ unter den Gegnern habe ich seit FarCry 1 nicht mehr so stark gesehen. Das trägt aber zur KI bei und steht nur hier, damit der Soundblock nicht nach zwei Zeilen endet. ;)

Story, Inhalt und Umfang:

Zur Story; Lara und ihre Kollegen geraten während einer Expedition in einen Sturm und weren Schiffbrüchig (stimmt so nicht ganz – Details im Video). Auf der Insel geht es aber nicht wirklich mit rechten Dingen zu. Der Sturm hört nicht wirklich auf und wird immer wieder sogar schlimmer. Wovon das abhängt, weiß ich nicht, aber es ist wohl in den seltensten Fällen gescriptet. Man findet sich also auf dieser Insel wieder und versucht, seine eigenen Leute wieder zusammen zu kriegen. Doch Sam, Laras Freundin, wird entführt. Mathias, der lustige Kerl, den man zu Beginn am Lagerfeuer sieht, ist wohl auch nicht so freundlich, wie zuerst angenommen. Man findet uralte Ruinen (seltsam – ist ja ein Tomb Raider), wühlt sich durch Gräber, sendet ein SOS-Signal – und das war es noch lange nicht. Dabei hat Lara immer wieder Probleme, sich persönlich zusammenzureißen und sich zurecht zu finden. Es ist für sie zum Beispiel verhältnismäßig leicht, Menschen zu töten, die ihr Leid antun wollen, kann es aber nicht lassen, einem Piloten zu helfen, dessen Flugzeug auf der Insel abgestürzt ist. Das ist nur einer von vielen Konflikten, die Lara bewältigen muss. Generell schwankt sie zwischen Mut, Panik und Verzweiflung hin und her. Selten war ein Charakter so glaubwürdig und überzeugend. Der Inhalt; Man bekommt insgesamt vier Waffen: Bogen, Pistole, Sturmgewehr und Schrotflinte. Diese kann man immer wieder mit Upgrades ausrüsten und wenn man genug Waffenteile der jeweiligen Sparte findet, werden diese Waffen sogar generell aufgewertet. Der Eingebornen-Bogen wird dadurch später zum Recurve-Bogen oder ein Sturmgewehr aus dem WW2 wird zur AK47. Zudem findet man einen Haufen nützlicher, nicht direkt verwendbarer Items. Zum Bleistift ein Seil, welches man über Abgründe spannen kann, indem man es via Pfeil auf die andere Seite schießt – oder ein Feuerzeug, mit dem man sehr einfach Feuerpfeile verschießen kann. Der Umfang; Die Spielzeit beträgt ca. 20 Stunden. Je nach Erfahrung und Schwierigkeitsgrad können es aber auch 15 oder 30 werden. Außerdem liegt es auch stark daran, wie viele der optionalen Gräber man erledigt. Die dauern im Schnitt 20 Minuten.

Die Steuerung:

Die Steuerung ist generell sehr gut gelungen. Es gibt kaum etwas daran auszusetzen – naja, fast. Bei Quicktime-Events, bei denen man schnell Links/Rechts drücken muss, hatte ich des öfteren den Eindruck, es funktioniert nur mit den Pfeiltasten und nicht mit A/D – wo ja eigentlich die Finger liegen. Das ist vor allem deswegen unpraktisch, weil oft nach dieser Links/Rechts-Kombo die Tasten F und E folgen. Ab und an macht die gute Frau Craft auch in normalen Situationen nicht ganz das, was man grade auf die Tastatur klopft. Ansonsten einwandfrei.

Fazit:
Auch, wenn es in manchen Hinsichten nicht direkt mit den alten Teilen vergleichbar ist, machen die Entwickler hier vieles richtiger. Das Feeling ist sehr gut, die Atmosphäre saugt einen auf, die Grafik ist nett anzusehen und der Sound klingt gut. Für Fans von Action-Adventures und leichteren Rätseln definitiv einen Blick wert.

 

Kurze Zusammenfassung

Grafik 14/15

  • Kaum was zu meckern, sieht hübsch aus, viele Höhlen ähneln sich aber zu sehr – manchmal sogar gleiche Stalagmitenanordnungen


Sound 10/10

  • keine Kritik – perfekt


Story/Inhalt & Umfang 13/15

  • Grandiose Story, Standard-Waffen, guter Umfang – viele Extras


Steuerung 08/10

  • Hakelt öfters


Atmosphäre 10/10

  • Inselfeeling und Panik vorprogrammiert


KI 10/10

  • Perfektes Zusammenspiel – nur selten auffällige Fehler


Balance 07/10

  • Munition nie Mangelware – Waffenupgrades sehr einfach zu bekommen


Leveldesign 09/10

  • Zwar sieht die Insel generell überall anders aus, aber die Höhlen dafür nicht


Langzeitmotivation 10/10

  • Definitiv vorhanden – ich würde es lieber weiter spielen, als den Artikel zu schreiben


Gesamt 91/100 Punkte

  • Falls ihr gut und günstig zuschlagen könnt, das hier ist definitiv eine Kaufempfehlung

Video

gefällt 1 Nutzer | 16. April 2016 | keine Kommentare | Sovy.de





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